Praktischer Leitfaden für Unterhaltszahlungen
Für die breite Öffentlichkeit
Wie wird die Unterhaltszahlung berechnet?
Grundlegende Kriterien :
- Einkommen beider Elternteile
- Anzahl und Alter der Kinder
- Art des Sorgerechts (klassisches, abwechselndes, reduziertes Sorgerecht)
- Laufende Kosten für jeden Elternteil
Die wichtigsten Regeln
- In der Regel zahlt der Elternteil mit den wenigsten Kindern
- Der Betrag hängt von den Mitteln des zahlenden Elternteils ab
- Die Bedürfnisse der Kinder haben immer Vorrang
- Der Betrag kann überprüft werden, wenn sich die Situation ändert.
Indikative Skala
Für einen Elternteil, der 2000 €/Monat verdient :
- 1 Kind: ca. 15% des Einkommens
- 2 Kinder: ca. 28% des Einkommens
- 3 Kinder: ca. 37% des Einkommens
Für Juristen
Art. 371-2 Zivilgesetzbuch: Die Eltern müssen im Verhältnis zu ihren Mitteln zum Unterhalt und zur Erziehung der Kinder beitragen.
Detaillierte Berechnungen
1. Analyse der Ressourcen
- Professionelle Nettoeinkünfte
- Einkünfte aus Mobilien/Immobilien
- Sozialleistungen
- Sachleistungen
2. Bewertung der Belastungen
- Untragbare Belastungen
- Laufende Kredite
- Andere Unterhaltsverpflichtungen
- Wohnungskosten
3. Berichtigungskoeffizienten
Art des Sorgerechts
- Klassisch: Basis 100%
- Alternierend: 50% Ermäßigung
- Reduziert: 25% Ermäßigung
Besondere Situation
- Hochschulbildung: +40%
- Behinderung/Gesundheit: +30-50%
- Privatunterricht: +20%.
Ministerielle Referenztabelle
Einkommen des Schuldners / Rate für:
<= 2000€.
- 1 Kind: 18%
- 2 Kinder: 31%
- 3 Kinder: 40%.
2001-3500€
- 1 Kind: 15.5%
- 2 Kinder: 28%
- 3 Kinder: 37%.
Gerichtliche Aufmerksamkeitspunkte
1. Begründung von Entscheidungen
- Tatsächliche Ressourcen der Parteien
- Genaue Bedürfnisse der Kinder
- Tatsächliche Sorgerechtsmodalitäten
2. Erforderliche Beweismittel
- Steuerbescheid
- Lohnzettel
- Kostennachweis
- CAF-Bescheinigung
3. Mögliche Revision
- Änderung der Situation
- Änderung der Bedürfnisse
- Änderung der Ressourcen
Wesentliche Rechtsprechung
- Cass. 1re civ., 14. März 2006: Verhältnismäßigkeit zu den Ressourcen
- Cass. 2e civ., 23. Januar 2020: Kumulierung mit Sozialleistungen möglich
- Cass. 1re civ., 4. Mai 2017: Berücksichtigung der tatsächlichen Kosten
Gute Praktiken
1. Systematische Bewertung :
- Gesamtressourcen
- Berechtigte Kosten
- Besondere Bedürfnisse
2. Vollständige Dokumentation :
- Finanzielle Situation
- Sorgerechtsmodalitäten
- Außergewöhnliche Kosten
3. Antizipation von Veränderungen :
- Überprüfungsklausel
- Jährliche Indexierung
- Regelmäßige Neubewertung
